BGPP 2003

Gesundheit braucht gute Ideen! Zum zweiten Mal wurden beispielhafte Projekte mit dem Bayerischen Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis (BGPP) ausgezeichnet.

45 Projekte hatten am Wettbewerb 2003 teilgenommen, fünf Preise waren zu vergeben.

Es ist davon auszugehen, dass die zum BGPP 2003 eingereichten Projekte nur kleinen Ausschnitt der tatsächlich bayernweit durchgeführten Präventonsaktivitäten darstellen, eine Art "Momentaufnahme" ... Dennoch erscheint die auf wenige übergeodnete Präventionsziele zentrierte Themensammlung als ein wesentlicher Hinweis auf den Präventionsbedarf in der Bevölkerung.

Prof. Dr. Johannes Gostomzyk, LZG

Die Preisträger

1. Preis: Gesundheitsförderung durch Jodsalz-Backwaren

Landesinnungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk

Deutschland ist ein Jodmangelgebiet; unsere Böden und damit unsere Nahrung enthalten zu wenig von dem lebensnotwendigen Spurenelement Jod. Dem Jodmangel durch die Verwendung jodierten Speisesalzes („Jodsalz“) vorzubeugen, gilt als eine der erfolgreichsten und preiswertesten präventivmedizinischen Maßnahmen. Die bayerische Bäckerinnung setzt sich mit Informations- und Aufklärungskampagnen  seit mehr als zehn Jahren für die Verwendung von Jodsalz in der Herstellung von Brot und Backwaren ein. Heute verwenden mehr als 90% der Bäckereien in Bayern Jodsalz und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Jodversorgung der Bevölkerung.

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2. Preis: Locker steh’n beim Lockendreh’n. Ein Projekt für Auszubildende im Friseurhandwerk

AOK Bayern - Die Gesundheitskasse

Ziel des 1997 begonnenen Programms ist es, Rückenbeschwerden – einem häufigen Gesundheitsproblem von Beschäftigten im Friseurhandwerk – vorzubeugen. Fachkräfte der AOK informieren BerufsschülerInnen im ersten und letzten Jahr ihrer Ausbildung über rückengerechtes Arbeiten. Die Einbindung der Lehrkräfte (Berufsschullehre-rInnen, FriseurmeisterInnen) in das Programm fördert die Akzeptanz und die langfristige Umsetzung der Maßnahmen.

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3. Preis: MindZone

Landescaritasverbandes Bayern e.V.

Das 1996 begonnene Projekt richtet sich an junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren und will dem Drogenkonsum in der Partyszene entgegenwirken. Unter dem Motto „Drogenfrei feiern!“ informieren gleichaltrige, ehrenamtlich tätige Mitglieder des MindZone-Teams Partybesucher vor Ort über Gefahren des Drogenkonsums und vermitteln gegebenenfalls professionnelle Hilfe. Mit diesem „peer-to-peer“-Ansatz werden jährlich mehr als 20.000 junge Menschen in Bayern erreicht.

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4. Preis: Forum Telemedizin, ein Internet-basiertes Schulungsprogramm für junge Asthma-Patienten

Fa. GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Die interaktive Internet-Plattform hilft, betroffene Kinder und Jugendliche im Umgang mit ihrer Krankheit zu schulen und damit ihre Lebensqualität zu verbessern. Das Programm, das im Sommer 2000 zunächst im Asthmazentrum Berchtesgaden getestet wurde, wird seit 2001 in zahlreichen Praxen und Kliniken in Bayern und anderen Bundesländern eingesetzt.

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5. Preis: Treppenhandlauf – barrierefrei

Flexo-Vertriebs GmbH, Neusäss

Der barrrierefreie Treppenhandlauf soll die Wohnumgebung älterer oder behinderter Menschen sicherer gestalten und damit zur Vermeidung von Sturzunfällen beitragen. An der Entwicklung waren Betroffene, Kliniken, Kranken- und Pflegekassen, Architektenkammer, DIN-Normausschuss, TÜV Süddeutschland, Berufsgenossenschaften, Gemeindeunfallversicherer u.a. beteiligt. Der seit Anfang 2003 im Handel erhältliche griffsichere Treppenhandlauf kann verschiedensten baulichen Gegebenheiten angepasst werden.

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Zur Teilnahme am Wettbewerb um den BGPP 2003 eingeladen waren Städte und Kommunen, Gesundheitsämter, Schulen und Kindergärten, Initiativen, Vereine, Firmen, Verbände und auch Einzelpersonen aus Bayern.

Eingereicht werden konnten Projekte, die sich mit Gesundheitsförderung und Prävention befassen, in Bayern entwickelt und realisiert wurden und deren Projektende nicht länger als 18 Monate zurücklag. Eine Fachjury beurteilte alle eingereichten Projekte nach Aktualität, Originalität der Projektidee, methodischer Umsetzung und Hinweisen zur Nachhaltigkeit.

Die Auszeichnungen überreichten Staatsminister Eberhard Sinner, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz, und Prof. Dr. Johannes Gostomzyk, Vorsitzender der LZG, im Rahmen des Auftakts zum Weltgesundheitstag  am 12. Mai 2003 in Nürnberg.