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Bürger bewegen Bürger

Wie gelingt es, ältere Menschen für mehr Bewegung zu gewinnen? Das Zentrum für Bewegungsförderung ging dieser Frage mit einem Fachgespräch im Wohnprojekt am Münchner Ackermannbogen weiter nach. Vorgestellt wurden Konzepte, Angebote und Projekte, die zahlreiche Anregungen für die Praxis geben.

Das Fachgespräch am 10. November 2011 schloss an die Tagung im Februar an, die unter dem Titel „Körperlich bewegen und sozial aktiv. Die Zeit nach dem Berufsleben“ die vielfältigen positiven Wirkungen von Bewegung im Alter diskutiert hatte.

Bürger bewegen Bürger
Erfahrungen zur nachbarschaftorientierten Bewegungsförderung

Fachgespräch im Neubaugebiet Ackermannbogen, München

"Wir möchten wissen, ob und wie Gesundheit in einem Quartier gelebt wird. Welche Möglichkeiten birgt die Nachbarschaft für Gesundheit?" Unter diese Leitgedanken hatte der LZG-Vorsitzende Prof. Johannes Gostomzyk das Fachgespräch gestellt. Themen waren:

  • Entstehung und Struktur des Wohnprojektes wagnis eG und des Nachbarschaftsvereins Ackermannbogen e.V. (Günther Hörlein, München)
  • Quartiersgezogene Bewohnerarbeit für ein bewegtes Miteinander. Die NachbarschaftsBörse am Ackermannbogen (Heidrun Eberle, München)
  • Wohnen bleiben im Viertel - in Schwabing West (Günter Hörlein, München)
  • Mensch beweg dich - Bewegung ist Leben. Bewegungszentrum in einer Kommune - Von der Idee bis zum aktuellen Stand in Schrobenhausen (Hein Roller, Schrobenhausen)
  • Die beSITZbare Stadt: Öffentlicher Raum und individuelle Sicherheit (Bernhard Meyer, Griesheim)

Die Dokumentation "Bürger bewegen Bürger" gibt die Beiträge des Fachgesprächs wieder; sie kann kostenfrei heruntergeladen oder über unser Bestellsystem in gedruckter Form angefordert werden.

Nachbarschaft - Verhaltens- und Verhältsnisprävention

Eine zentrale Rolle für die Gestaltung einer lebendigen, gesundheitsförderlichen Nachbarschaft in dem neuen Wohnquartier, in dem inzwischen mehr als 5.000 Menschen leben, spielt bürgerschaftliches Engagement. Zahlreiche kulturelle und sportliche bzw. bewegungsfördernde Angebote sprechen unterschiedliche Altersgruppen an. Ganz überwiegend leben Familien mit jüngeren Kindern am Ackermannbogen, aber auch ältere Menschen schätzen das Quartier. Die Projektgruppe "Älwa" - "Älter werden am Ackermannbogen" arbeitet daran, die Wohn- und Lebensbedingungen entsprechend zu gestalten.

Bürgerschaftliches Engagement alleine reicht jedoch offenbar nicht aus, um Angebote in einem großen Rahmen durchzuführen, dies wurde in dem Fachgespräch deutlich. Am Ackermannbogen arbeitet Heidrum Eberle in der NachbarschaftsBörse im Rahmen einer halben, befristeten Stelle hauptamlich für die Aktivitäten im Quartier.

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Wie wichtig die Gestaltung des öffentlichen Raums für den Erhalt der Mobilität im Alter und damit für die Teilhabe an der Gesellschaft ist, verdeutliche Prof. Bernhard Meyer, Griesheim (hier im Bild rechts, zusammen mit Prof. Johannes Gostomzyk und Heidrun Eberle). Meyer stellte das Konzept der "BeSITZbaren Stadt" vor, in der unter anderem an von Senioren häufig frequentierten Orten Möglichkeiten für kurze Ruhepausen eingerichtet wurden, die ihr Gefühl der Sicherheit unterwegs erhöhen.

Heinz Roller, Leiter des Altenheims St. Georg in Schrobenhausen, präsentierte erste Überlegungen für die Einrichtung eines Zentrums für Bewegungsförderung in der Kommune, die aus der ersten Fachtagung des ZfB im Februar 2011 hervorgegangen sind.

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Rundgang durch das Quartier mit Dr. Christl Karnehm, Ackermannbogen e.V.

Das Fachgespräch hat weitere wichtige Anregungen für die bewegungs- und kommunikationsfördernde Gestaltung von Lebenswelten gegeben, ganz im Sinne der Ottawa-Charta der WHO (1986): "Gesundheit entsteht dort, wo Menschen spielen, lernen, arbeiten und lieben."