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HIV und AIDS: Daten zur Situation in Bayern

Erfreuliche Nachrichten: Bundesweit ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2011 leicht zurückgegangen. In Bayern wird die Zahl der Neuinfektionen auf 380 geschätzt. Ende 2011 lebten hier rund 9.800 HIV-positive Menschen (RKI, 26.11.11).

Das Robert-Koch-Institut (RKI), das die Daten zu HIV und AIDS in Deutschland zusammenträgt und auswertet, spricht von einer "Trendwende":

"Für das Jahr 2011 zeigt sich auf Grundlage der Entwicklung des ersten Halbjahres und in Fortsetzung einer sich bereits 2010 andeutenden Entwicklung ein klarer Rückgang der HIV-Neudiagnosen."

RKI, Eckdaten für HIV/AIDS in Deutschland, 2011

Insgesamt wird für 2011 in Deutschland mit 2.700 Neuinfektionen gerechnet, im Jahr 2010 waren es 2.939 gewesen.

In Bayern wurden im Jahr 400 HIV-Neudiagnosen gemeldet, etwas mehr als in den Vorjahren (SurvStat, 01.03.12). Das ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einem Anstieg neuer HIV-Infektionen: Die in der Statistik als "Neudiagnosen" verzeichneten positiven HIV-Textergebnisse können auch auf Infektionen zurückgehen, die schon länger zurückliegen und erst im Jahr 2011 festgestellt wurden. Die Zahl der Menschen, die sich tatsächlich im Jahr 2011 neu mit HIV angesteckt haben, schätzt das RKI auf etwa 380 (RKI, HIV/AIDS in Bayern – Eckdaten der Schätzung, Ende 2011).

Nach wie vor sind Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten am häufigsten betroffen; rund 75% der Fälle sind Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Etwa 21% der neu Infizierten haben sich durch heterosexuelle Kontakte angesteckt, knapp 4% beim i.v.-Drogengebrauch. Die Zahl der Kinder, die sich vor, während oder nach ihrer Geburt über ihre Mutter mit dem HI-Virus infiziert wurden, ist sehr gering, das RKI rechnet für ganz Deutschland mit weniger als zehn Fällen im Jahr 2011.

Dank der Erfolge in der medikamentösen Behandlung sterben glücklicherweise immer weniger Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion; im Jahr 2011 waren es in Bayern 60, meldet das RKI. Seit Beginn der HIV-Epidemie sind hier insgesamt etwa 3.600 Menschen an AIDS gestorben, bundesweit waren es 27.000.

HIV-Neudiagnosen in Bayern

RKI, SurvStat, 01.03.2012

Darstellung der Infektionswege bei HIV-Neudiagnosen in Bayern als Kreisdiagramm

Quelle: RKI, HIV/AIDS in Bayern – Eckdaten, Stand Ende 2011

Legende:
MSM: Männer, die Sex mit Männern haben
IVDA: Intravenös (i.v.)-Drogenabhängige
Hetero: Heterosexuelle Kontakte

Bundesweit …

zeigt sich nach einem deutlichen Anstieg der Zahl der HIV-Neuinfektionen zu Beginn des neuen Jahrtausends jetzt eine Abschwächung.

„Zu den wichtigsten Ursachen für diese positive Entwicklung gehören die intensivierte Prävention und die zunehmend frühere Diagnose und Behandlung HIV-Infizierter, die dann weniger infektiös für ihre Sexualpartner sind.“

RKI / Deutsches Ärzteblatt online, 21.11.2011

Heilbar ist eine HIV-Infektion jedoch noch immer nicht. Der Prävention von Neuinfektionen kommt daher nach wie vor höchste Bedeutung zu!

HIV-Neudiagnosen in Deutschland

Quelle: RKI, SurvStat, Datenabfrage 7.11.2011
Die Daten für 2011 sind Schätzwerte des RKI (Eckdaten zu HIV/AIDS in Deutschland, 21.11.2011)

Die Meldungen der Neudiagnosen erlauben keinen direkten Rückschluss auf den Infektionszeitpunkt, da HIV-Infektion und -Test zeitlich weit auseinander liegen können!

AIDS im öffentlichen Bewusstsein

Wie stark sind HIV und AIDS im Bewusstsein der Bevölkerung verankert? Dieser Frage geht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit 1987 in der Untersuchung „AIDS im öffentlichen Bewusstsein in der Bundesrepublik Deutschland“ nach, für die jährlich mehrere tausend Personen zu „Wissen, Einstellungen und Verhalten zum Schutz vor AIDS“ repräsentativ befragt werden. Die Befragungen der letzten Jahre zeigen, dass der Kenntnisstand zu HIV-Übertragungswegen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau liegt: Nahezu die gesamte Bevölkerung – rund 99 Prozent der über 16-Jährigen – hat das zum Schutz vor AIDS notwendige Basiswissen (2008). Die Bereitschaft, sich bei Sexualkontakten mit Kondomen zu schützen, hat im Vergleich zum Beginn der AIDS-Aufklärung das bisher höchste Niveau erreicht: Der Anteil der unter 45-jährigen Alleinlebenden, die bei Sexualkontakten immer, häufig oder gelegentlich Kondome verwenden, betrug 2009 79 Prozent (1988: 58 Prozent). 21 Prozent dieser Gruppe berichteten allerdings, niemals Kondome zu verwenden (2009).

Die Berichte „AIDS im öffentlichen Bewusstsein in der Bundesrepublik Deutschland“ sind abrufbar bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.