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Feste feiern – MfG Jugendschutz

Gemeinsam feiern mit Verantwortung im Landkreis Amberg-Sulzbach

Anlass

Im Landkreis Amberg-Sulzbach mit seinen rund 140.000 Einwohnern finden jedes Jahr rund 250 Kirchweihen, Vereins- und Verbandsfeste statt. Die Regelungen des Jugendschutzgesetzes bezüglich Alkoholausschank und Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen wurden häufig nicht eingehalten. Die Festveranstalter fühlten sich nicht genügend informiert oder sahen in der Umsetzung und Kontrolle der Bestimmungen große Schwierigkeiten. Viele Eltern kannten die geltenden Vorschriften kaum. Es häuf­ten sich Meldungen über Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Projektziele

Hauptanliegen ist es, die Jugendschutzbestimmungen vor Ort umzusetzen und damit den Alkoholkonsum für Kinder und Jugendliche zu verhindern bzw. zu erschweren. Sowohl Festveranstalter als auch Eltern, Kinder und Jugendliche werden über die gesetzlichen Bestimmungen informiert, die Öffentlichkeit wird für das Thema sensi­bilisiert.

Umsetzung

Projektbeginn 2005. Seither trifft sich die Arbeitsgruppe Jugendschutz des Sucht­arbeitskreises im Landratsamt/Gesundheitsamt Amberg/Sulzbach, der Vertreter von Gesundheitsamt, Polizei, Kreis- und Stadtjugendamt sowie Sozialpädagogen und Suchtbeauftragte der Schulen angehören, vier bis sechs Mal im Jahr und ent­wickelt die Aktion anhand der Rückmeldungen weiter. Die Koordination liegt beim Gesundheitsamt. Es besteht guter Kontakt zu nahezu allen Kommunen in der Region. Im Jahr 2009 beteiligten sich 91 Veranstalter und 80% aller Zeltfeste an der Aktion.

  • Für Veranstalter: Infoabende zur Einhaltung des Jugendschutzes (17 Abende seit 2007 mit insgesamt ca. 1.200 Teilnehmern) sowie dauerhaftes Beratungsangebot (Jugendamt, Polizei, Suchtarbeitskreis). Infoblätter für Veranstalter sowie für Bar- und Schankpersonal.
  • Gestaltung des Aktionslogos "Feste feiern – MfG Jugendschutz" und dreier Plakat­motive, 2008/09 wurden 2.850 Plakate und 1.300 Aufkleber ausgegeben. Infoblätter für Festzelte, Bars und Schulen
  • Verkauf von farbigen Einlasskontrollbändern ("Ü16" und "Ü18") zum Selbstkosten­preis von 7 Cent pro Stück an die Veranstalter; 2008/09 wurden 140.000 Stück aus­gegeben.
  • Elternbriefe "Alkohol – Verantwortung setzt die Grenze" zum Alkoholkonsum Ju­gendlicher und zum Jugendschutz in Deutsch und Russisch (1. Brief 2006, 2. Brief 2010; Auflage jeweils 15.000), Elternabend zur Suchtprävention "Im Suff verpasst du das Beste" für weiterführende Schulen, insbesondere auch Hauptschulen
    Suchtprävention in den Schulen, ab 2010 Präventionstheater
  • Regelmäßige Presse- und Medienarbeit, Kooperation mit den Politikern der Region

Dokumentation: Projektdarstellung, Infos für Veranstalter, Infoblatt Bar- und Schank-personal, Bußgeldkatalog, Elternbriefe, Presseberichte

Ressourcen, Finanzierung

Das Projekt ist mit relativ geringen Kosten verbunden. Finanzierung der Druckmaterialien über Staatsmittel zur Suchtprävention und Eigenmittel, die übrigen Kosten (Porto, Kopien, Personal) tragen das Gesundheitsamt und die Arbeitgeber der Arbeitsgruppen-Mitglieder.

Kommentar im Projekt

"Die 3 K's Komasaufen, Kofferraumtrinken, Kampftrinken sorgen für Gesprächsstoff … In der Prävention fällt auf, dass Eltern zur Problematik ‚Jugend und Alkohol' beacht­liche Informationsdefizite haben … Manche Festveranstalter kennen die Jugend­schutzbestimmungen nicht so genau oder sehen in der Umsetzung und Kontrolle der Bestimmungen große Schwierigkeiten. Zentrale Aufgabe und Ziel aller Bemühungen muss es jedoch sein, Kinder und Jugendliche vor Gefahren zu schützen … Wir wollen nicht zum Schreckgespenst der Veranstalter werden, sondern ihnen unsere Hilfe anbie­ten."
"Innovativ ist aus unserer Sicht die Zusammensetzung und enge Zusammenarbeit des organisierenden Arbeitskreises Jugendschutz und Vertretern der Prävention, Jugendämter, Polizei, Kirwabeauftragter, Schulen, Suchtarbeitskreis, Gesundheitsamt … Die politische Ebene, Bürgermeister der Städte und Landrat stehen hinter der Aktion."

Kontakt

Suchtarbeitskreis Landratsamt Amberg-Sulzbach/Gesundheitsamt
Ansprechpartner: Gerhard Fleischmann, Marion Donner-Schafbauer
Hockermühlstraße 53, 92224 Amberg
Tel. 09621-39657
gfleischmann@amberg-sulzbach.de
www.amberg-sulzbach.de, www.suchtinfo-oberpfalz.de

Stand der Projektinformation: Mai 2010