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HaLT – Hart am Limit

Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen am Standort München

Anlass

Exzessiver Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen nimmt bundesweit besorgniserregend zu. Zwischen 2001 und 2005 hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer Alkoholintoxikation stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten, verdoppelt. Auch in Münchner Krankenhäusern werden jedes Wochenende mehrere Jugendliche mit Alkoholvergiftung eingeliefert; allein in Schwabing sind es ca. 300 Fälle im Jahr.

Projektziel

Dem exzessiven Alkoholkonsum von Heranwachsenden möglichst früh entgegenwirken! Kinder und Jugendliche, die wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden, werden durch sozialpädagogische Angebote unterstützt, ihren Konsum zu reflektieren und zu verändern. Die Intervention bei Erstauffälligkeiten soll alkoholbedingte Schäden vermeiden und den jungen Betroffenen und ihren Eltern möglichst früh Hilfsangebote aufzeigen.

Umsetzung

easyContact/Condrobs e.V. setzt in München den reaktiven Teil des Bundesmodellprojekts HaLT ("Hart am Limit") um, dessen flächendeckende Implementierung in Bayern 2008 begonnen hat. Der reaktive Teil von HaLT beinhaltet die Krisenintervention bei alkoholintoxikierten Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus ("Brückengespräch" am Krankenbett), die Kurzintervention im Gruppenangebot "Risiko-Check" und weiterführende niedrigschwellige Hilfsangebote des Sucht-und Jugendhilfesystems. Maßnahmen:

  • Abschluss einer Kooperationsvereinbarung (Konsiliarvertrag) mit der Jugendmedizin am Schwabinger Krankenhaus, der Heckscher Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Suchtabteilung am Klinikum München Ost. Ab Dezember 2007 wurden zunächst die Kinder und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung im Schwabinger Krankenhaus aufgenommen wurden, von den Fachkräften von easy-Contact aufgesucht. Inzwischen sind auch die Kliniken Harlaching und rechts der Isar beteiligt; eine Ausweitung auf weitere Münchner Klinken wird angestrebt.
  • Das Brückengespräch am Krankenbett mit dem Kind bzw. Jugendlichen und seinen Eltern findet in einer besonders sensiblen Phase statt, in der die Bereitschaft hoch
    ist, Hilfsangebote anzunehmen. Die schnelle, aufsuchende Intervention soll frühzeitigen Kontakt zu möglichst vielen Betroffenen ermöglichen.
  • "Risiko-Check" für die Betroffenen zur Selbstreflektion des Trinkverhaltens (Gruppenveranstaltung; Methoden: Verfahren zur Selbsteinschätzung, z.B. Fragebögen Rauschbrillen, Partnerinterviews; eine erlebnispädagogische Maßnahme unter dem Motto "Maximaler Spaß bei Maximaler Sicherheit", z.B. Klettern)
  • Zu Projektbeginn Presseinformation zur Problematik "Jugendalkoholismus", herausgegeben von Münchner Ärzten und Condrobs e.V. (November 2007)
  • Von Dezember 2007 bis Mai 2008 wurden im Rahmen des Projekts 158 Kinder und
    Jugendliche im Krankenhaus aufgesucht; etwa ein Drittel von ihnen möchte weitere Hilfe in Anspruch nehmen.

Dokumentation: Projektdarstellung, Elternbrief, Informationen Risiko-Check, Pressespiegel

Ressourcen

Finanzierung des Projekts durch die Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt (halbe Projektstelle), das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Kostenübernahmen der Krankenkassen und einen Eigenanteil des Trägers.

Kommentar im Projekt

"Der Trend zum Binge-Drinking unter Jugendlichen hat bei den Münchner Klinikärzten zunehmend Besorgnis ausgelöst. Die rein medizinische Behandlung greift bei diesen Patientinnen und Patienten zu kurz … HaLT ist ein sekundärpräventives Projekt, dessen Angebote möglichst zeitnah nach Auftreten von risikoreichem Alkoholkonsum, aufsuchend und niedrigschwellig unter Einbeziehung der Eltern durchgeführt werden … Die Umsetzung in München ist easyContact in Kooperation mit Münchner Ärzten gegen den Jugendalkoholismus gut gelungen."

Kontakt

Condrobs e.V., easyContact
Ansprechpartnerin: Birgit Treml
Müllerstraße 43a, 80469 München
Tel. 089-26025291, Fax 089-26025291
Birgit.Treml@condrobs.de
www.condrobs.de

Stand der Projektinformation: 2008