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HIV-Prävention für Gehörlose

Eine Plakatkampagne informiert über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten sowie über das Leben mit HIV und wirbt für ein solidarisches Miteinander

Infomaterialien zur HIV-Prävention gibt es in zahlreichen Sprachen und für verschiedene Zielgruppen. Für Gehörlose allerdings, die mit der Deutschen Gebärdensprache als Muttersprache aufwachsen, sind bislang keine speziellen Materialien vorhanden. Ein Defizit, denn abstrakte Begriffe oder Fremdwörter im gesprochenen und geschriebenen Deutsch sind für sie oft nur schwer verständlich. Die Informationen über HIV-Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten in den bislang vorliegenden deutschsprachigen Aufklärungsmaterialien erreichen daher zu wenig gehörlose Menschen. Auch die Inanspruchnahme persönlicher Beratung, etwa im Gesundheitsamt oder bei einer AIDS-Beratungsstelle, ist für Gehörlose schwierig.

Die AIDS-Beratung Mittelfranken nahm dies zum Anlass, eine Plakatkampagne zur HIV-Prävention für Gehörlose zu entwickeln. Kooperationspartner sind der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. (DGB), die Evangelisch-Lutherische Gehörlosenseelsorge Bayern, der Landesverband Bayern der Gehörlosen e.V. und die Landeszentrale für Gesundheit (LZG). Gemeinsam stellten sie am 27. September 2010 in Nürnberg die Plakate vor. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit unterstützt die Aktion.

Plakat: AkzeptanzPlakat: Miteinander sprechen

Rat und Hilfe in Bayern

Auf insgesamt 26 Plakaten werden in Gebärdensprache und in leicht verständlichem Schriftdeutsch die wichtigsten Botschaften zur HIV-Prävention präsentiert. Neben zwei Basisplakaten zu "Rat und Hilfe in Bayern" gibt es für jeden Monat zwischen Oktober 2010 und Oktober 2011 ein neues Motiv. Themen sind unter anderem – jeweils in einer Plakatausführung für Frauen und für Männer – "Kondome schützen" (Oktober 2010) und "HIV-Übertragung" (Dezember 2010), "HIV-Test" (Februar 2011), "Akzeptanz" (März 2011), "Sexuell übertragbare Infektionen" (Mai 2011), "Urlaub" (Juli 2011) und "Miteinander sprechen" (September 2011).

Die Plakatserie wird an alle Gesundheitsämter, AIDS-Beratungsstellen, AIDS-Hilfen und HIV-Schwerpunktärzte in Bayern verteilt, ebenso an Gehörlosenverbände, Sozialdienste, Berufsbildungszentren und andere Einrichtungen für Gehörlose.

Wir erwarten durch die Kampagne eine verbesserte Wahrnehmung des Themas HIV/AIDS in der Zielgruppe. Unsere Ziele sind: Senken der Neuinfektionsrate, erhöhte Bereitschaft für HIV-Tests, verbesserter Wissensstand über HIV/AIDS und andere sexuell übertragbare Krankheiten, Stärkung der sexuellen Selbstbestimmtheit. Stigmatisierung, Diskriminierung und Ängste sollen abgebaut werden.

Wladislaus Rzepka, AIDS-Beratung Mittelfranken

Betreut wird die Kampagne von der AIDS-Beratung Mittelfranken in Nürnberg.