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Jugendschutz an Tankstellen

Das Präventionsprojekt "STOP" in Landshut

Anlass

Das Stadtjugendamt Landshut und das Landshuter Netzwerk machten die Erfahrung, dass einige Tankstellenbetreiber offenbar die Jugendschutzbestimmungen nicht genau kennen, sie nicht an ihr Personal weitergeben oder in der Umsetzung und Kontrolle der Bestimmungen Schwierigkeiten sehen.

Projektziel

Sensibilisierung und Schulung des Personals an Tankstellen zum Thema Jugendschutz. Diskussion zusätzlicher Regelungen mit den Tankstellen, Verleihung eines "Jugendschutzsiegels" für Tankstellen. "Ziel aller Bemühungen muss es sein, Kinder und Jugendliche vor Gefahren zu schützen, die sie selbst aufgrund ihres Alters und ihrer Entwicklung noch nicht richtig einschätzen oder gar abwehren können."

Umsetzung

Die Idee zum Projekt "STOP" entwickelten das Stadtjugendamt Landshut und das Landshuter Netzwerk gemeinsam. Maßnahmen:

  • Alle 13 Tankstellen im Stadtgebiet wurden schriftlich zu einem Jugendschutz-Fachvortrag eingeladen (Herbst 2006). Da zunächst nur drei Tankstellen Interesse bekundeten, wurden die Vorträge jeweils vor Ort in den Tankstellen durchgeführt (Februar bis Mai 2007).
  • In Zusammenarbeit mit dem ordnungsrechtlichen Jugendschutz wurde ein "Katalog" erarbeitet, der die bestehenden Jugendschutzbestimmungen beinhaltet und zusätzlich weiterführende Regeln aufzeigt: mindestens ein attraktives alkoholfreies Getränk billiger als das billigste alkoholische Getränk, einmal jährlich Info-Gespräch für alle Mitarbeiter zum Jugendschutz, Einweisung und Jugendschutzbroschüre für neue Mitarbeiter, kein Alkoholausschank an Jugendliche unter 18 Jahren, grundsätzliche Ausweispflicht beim Verkauf von Alkohol und Tabak, kein Verkauf von Alkohol/Tabak an Gruppen, bei denen sich offensichtlich unter 18-jährige Personen befinden, kein Verkauf an bereits angetrunkene Jugendliche, kein Verkauf zwischen 0.00-10.00 Uhr morgens, (schriftlicher) Hinweis an deutlich alkoholisierte Menschen, dass an sie kein Alkohol verkauft wird, Aushang der Jugendschutzampel.
  • Von diesen zusätzlichen Regeln suchen sich die am Projekt beteiligten Tankstellen
    jeweils drei Regeln heraus, die sie auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung in der täglichen Arbeit umsetzen. Als Gegenleistung erhalten die Betriebe ein "Jugendschutzsiegel" (Urkunde und Aufkleber).
  • Schirmherr der Aktion wird der Landshuter Oberbürgermeister. Jugendschutzsiegel
    und Aufkleber wurden selbst entworfen und nach Rücksprache mit Gewerbetreibenden überarbeitet ("Jugendschutz – wir halten uns dran"). Das Siegel ist wie ein TÜV-Siegel angelegt: Es wird nicht unbegrenzt, sondern zunächst für die Dauer von zwei Jahren verliehen. Durch Symbole wie eine durchgestrichene Flasche im Schriftzug "STOP" oder das Abbilden eines Teils der Jugendschutztabelle soll der Betrachter (Kunde, Angestellter) auf den Jugendschutz hingewiesen werden.
  • Derzeit arbeiten vier Tankstellen beim Projekt mit. Ende des Jahres wird voraussichtlich eine Auszeichnung der beteiligten Tankstellen stattfinden.
  • Der Stadtjugendpfleger versucht, weitere Tankstellen in das Projekt zu integrieren.

Dokumentation: Projektbericht

Ressourcen

Die Finanzierung des Projekts ist bisher in der Regelfinanzierung enthalten (Arbeitszeit). Kosten für Design und Produktion des Jugendschutzsiegels sind noch unklar.

Kommentar im Projekt

"Ziel des Projektes ist es, die häufig unkontrollierte Abgabe von Alkohol und Tabak an Jugendliche einzudämmen und dabei den Gewerbetreibenden ein größeres Bewusstsein für das Thema Jugendschutz zu schaffen … Das Personal ist sich seiner Vorbildfunktion und seiner Verantwortung bewusst und bemüht sich, Gefährdungen zu reduzieren und Kinder und Jugendliche zu schützen."

Kontakt

Stadtjugendamt Landshut und Landshuter Netzwerk
Kommunale Jugendarbeit – Sachgebiet Jugendarbeit
Liesl-Karlstadt-Weg 4, 84036 Landshut
Ansprechpartner: Matthias Nowack
Tel. 0871-9663611, Fax 0871-9663629
Matthias.Nowack@landshut.de

Stand der Projektinformation: 2007