Startseite > Über uns > Archiv > Netzwerk Prävention > Suchtprävention > Alkohol > Nein zum Komasaufen

Nein zum Komasaufen

Schülerinnen und Schüler in Weilheim drehen Kinospots zur Prävention von Alkoholmissbrauch

Anlass

Erschreckende Zahlen zum Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen: 200 alkoholvergiftete Jugendliche in den Krankenhäusern des Landkreises Weilheim-Schongau, darunter acht lebensgefährliche Verläufe. Das Gesundheitsamt im Landratsamt Weilheim-Schongau setzt sich seit längerem mit dem Projekt "no alc for kids" für die Einhaltung des Jugendschutzes im Handel sowie auf Festen ein. "Aber wie kann man junge Leute motivieren, sich mit dem Thema Alkohol und Alkoholmissbrauch auseinander zu set­zen? Wie könnte es gehen, dass sie das Thema selber erarbeiten, dass sie Spaß haben, ohne Abschreckung, die erwiesenermaßen gar nichts bringt?" Dafür war der Schweizer Schauspieler und Coach Andreas Beutler Vorbild. In seinem Projekt "Sehnsucht" erar­beitet er mit Jugendlichen Videospots zu Themen, die sie gerade am meisten interes­sieren. Er konnte für das Präventionsprojekt des Gesundheitsamtes gewonnen werden, ebenso wie der bekannte Tutzinger Kameramann und Filmemacher Peter Stückl.

Projektziele

Über die Produktion präventiver Kinospots beschäftigen sich Jugendliche eigenver­antwortlich mit dem Thema Alkohol und Alkoholmissbrauch, angefangen von medi­zinischen Aspekten bis hin zu den Folgen der Weitergabe. Sie werden zu Experten in eigener Sache und können Jugendliche in ihrem Umfeld motivieren, über Alkohol und insbesondere über riskantes Konsumverhalten nachzudenken. Auch die Besucher der Kinos, in denen die Spots gezeigt werden, setzen sich mit dem Thema auseinander.

Umsetzung

Produktion von drei Kinospots zum Komasaufen mit 31 14-jährigen Schülerinnen und Schülern aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium in Weilheim.

  • Die Schülerinnen und Schüler erhielten eine Einführung in das Erstellen von Drehbü­chern, Regie, Kamera- und Tonführung sowie Schauspielunterricht. Angeleitet durch Andreas Beutler übernahmen sie anschließend alles selbst: Erarbeitung der Drehbü­cher, Auswahl von Darstellern, Drehorten und Requisiten, ebenso technische Arbei­ten (Kamera, Ton) und Regie.
  • In der ersten Ferienwoche im August 2009 entstanden die drei Spots "Abgesoffen", gedreht in der Rigi Rutsch'n in Peißenberg, "Nina ist tot", gedreht bei einer Party und auf einem Friedhof, sowie "Willst Du als Flasche enden?", gedreht an verschie­denen Orten in Weilheim.
  • Peter Stückl begleitete den gesamten Projektverlauf mit der Kamera. Entstanden ist ein beeindruckender 80-minütiger Dokumentarfilm, der zum Nachdenken anregt.
  • Spots und Dokumentation wurden am 22.11.2009 im Weilheimer Stadttheater der Öffentlichkeit vorgestellt und fanden große Anerkennung. Seither laufen sie im Trift­hof Kinocenter Weilheim und sind auf You Tube zu sehen.
  • Die Befragung von teilnehmenden Schülern und Eltern drei Monate nach Pro­jektende ergab durchgängig positive Rückmeldungen zum Projekt.

Dokumentation: Projektbericht, Videospots, Dokumentarfilm und Booklet, Ergebnisse der Eltern- und Schülerbefragung, Presseberichte

Ressourcen, Finanzierung

Förderung durch die Regierung von Oberbayern, Sponsoring durch die Sparkasse Weilheim und Schongau. Großteils ehrenamtlicher Einsatz von Peter Stückl und der Lehrerin Hildegard Hudezeck, Preisnachlass des Referenten Andreas Beutler. Unterstützung durch das Gymnasium Weilheim, die Stadt Weilheim, die Gemeindewerke Peißenberg und das Bayerische Rote Kreuz, Ortsgruppe Weilheim.

Kommentar im Projekt

"Die Arbeit machte den Jugendlichen unglaublich viel Spaß … Sie wurden zu Fachleuten in eigener Sache und zu Multiplikatoren von unschätzbarem Wert … Unser ganzer Landkreis wurde durch diese ungewöhnliche Herangehensweise an das Thema sensibilisiert."
"Unsere Teilnehmer sind gut gerüstet, wissen, wo sie sich im Falle eines Falles hinwen­den können und werden niemanden alkoholvergiftet liegen lassen. Jeder unserer 31 Jugendlichen ist Multiplikator für Geschwister, Freunde und Klassenkameraden. Kann deswegen nur ein einziger Jugendlicher vor einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung bewahrt werden, liegt die Kosten-Nutzen-Relation (ganz abgesehen von den medizi­nischen Komponenten) auf der Hand."

Kontakt

Landratsamt Weilheim-Schongau
Gesundheitsamt
Ansprechpartnerin: Petra Regauer
Stainhartstraße 7, 82362 Weilheim
Tel. 0881-81-1615
p.regauer@lra-wm.de
www.weilheim.schongau.de

Stand der Projektinformation: Mai 2010