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Partnerprozess "Gesund aufwachsen für alle"

Wie können Kommunen das gesunde Aufwachsen fördern und insbesondere die Gesundheitschancen jener Mädchen und Jungen verbessern, die aufgrund belasteter Lebenslagen höheren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind? Der bundesweite Partnerprozess "Gesund aufwachsen für alle" ruft zu lokalen Präventionsbündnissen auf. In Bayern unterstützt der Regionale Knoten Städte und Gemeinden, die sich beteiligen wollen.

15 bis 20% der Kinder in Deutschland wachsen unter schwierigen sozialen Bedingungen auf, die ihre Gesundheit beeinträchtigen können. Ihre Belastungen ergeben sich aus Arbeitslosigkeit und prekären Arbeitsverhältnissen, aus der Situation Alleinerziehender, aus Migration, Bildungsferne, süchtigem Verhalten und anderem der Eltern.

Angebote für Unterstützung und Hilfe gibt es bereits in vielen Kommunen, doch nicht selten laufen Initiativen ohne Abstimmung nebeneinander. Der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Herbst 2011 ins Leben gerufene Partnerprozess „Gesund aufwachsen für alle“ ruft dazu auf, Angebote und Aktivitäten in lokalen Präventionsbündnissen aufeinander abzustimmen.

Start für den Partnerprozess in Bayern

Die Stadt Augsburg gehört zu den ersten 21 Kommunen in Deutschland, die den Partnerprozess gestartet haben. Das kommunale Gesundheitsamt steht initiierend und moderierend im Zentrum. Kennzeichnend ist die Kooperation auch mit Partnern außerhalb der Kommunalverwaltung wie Krankenkassen, Institutionen wie der Universität Augsburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (LAGZ), der LZG und dem interkulturellen Gesundheitsprojekt „MiMi – Mit Migranten für Migranten“.

Schwerpunkte sind Ernährung, Bewegung, Zahngesundheit und Frühe Hilfen; die Angebote setzen bei den ganz Kleinen im Säuglingsalter ein und reichen über Kindergarten- und Schulkinder bis hin zu Jugendlichen. In die Planung und Durchführung der Aktivitäten werden Ärzte, Zahnärzte, Pflegekräfte, pädagogische Fachkräfte, Mitarbeiter aus Hochschulen und andere Fachleute ebenso einbezogen wie Eltern und ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger.

Ziel aller unserer Projekte ist es, soziale Benachteiligungen auszugleichen und gesundheitliche Chancengleichheit in der sich rasch verändernden Stadtfamilie ohne Stigmatisierung zu fördern.

Dr. Ulrich Storr, Gesundheitsamt der Stadt Augsburg

Bei einer Tagung, die der Regionale Knoten der LZG gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Augsburg am 24. Januar 2012 veranstaltet hatte, wurden Ansätze, Erfahrungen und Erfolge vorgestellt - Auftakt für den Partnerprozess in Bayern:

Gesund aufwachsen für alle!
Kommunale Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche

mehr zu den Themen der Augsburger Tagung

Ein Leitfaden für Kommunen

Alle Beiträge der Tagung sind in der Dokumentation "Gesund aufwachsen für alle! Kommunale Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche" zusammengefasst, die Städten und Gemeinden als Leitfaden dienen kann - kostenlos zu beziehen über unser Bestellsystem.

Mitmachen!

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit begleitet den Partnerprozess "Gesund aufwachsen für alle" in Bayern. Gerne unterstützen wir Städte und Gemeinden, die sich beteiligen wollen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Bundesweit gibt zudem eine Internetplattform Kommunen die Möglichkeit, über ihre Aktivitäten zu berichten und damit Erfahrungen und Ergebnisse auch für andere nutzbar machen.

Der Kooperationsverbund "Gesundheitliche Chancengleichheit" hat Informationen zum Partnerprozess, Handlungsempfehlungen zu Planung und Umsetzung sowie gute Gründe für eine Teilnahme zusammengestellt:

www.gesundheitliche-chancengleichheit.de

Der kommunale Partnerprozess soll alle beteiligten Akteure zusammenbringen, lokal wichtige Gesundheitsziele definieren und den Prozess der Unterstützung nachhaltig moderierend begleiten.

Ausgehend von den konkreten kommunalen Bedingungen und orientiert an den individuellen Bedarfen des einzelnen Kindes ist die Befähigung (Empowerment) aller Kinder zur Gesundheit, zum Gesundheitsverhalten, zu entwickeln. Das impliziert die Ermöglichung der Teilhabe (Partizipation) an fördernden Angeboten in den jeweiligen Einrichtungen (Kita, Schule, Verein) und in der Gemeinde.

Prof. Dr. Johannes Gostomzyk, LZG