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Präventionskampagne Alknopops

Prävention von Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Ausgangssituation

Schädlicher Konsum von Alkohol stellt bei Jugendlichen ein großes Problem dar, welches in den letzten Jahren oft hinter der Brisanz der illegalen Drogen wenig Beachtung gefunden hat. Zahlreiche Untersuchungen belegen aber, dass Alkohol insbesondere bei Jugendlichen an erster Stelle der missbrauchten Substanzen steht. Zudem kommen in den letzten Jahren vermehrt risikoreiche Formen des Konsums wie Komasaufen und Kampftrinken (sog. "binge-drinking") sowie neuartige, oft unterschätzte Alkoholmischgetränke auf, die so genannten Alkopops. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene finden Gefallen an den speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittenen Mix-Getränken.

Was sind Alkopops?

Alkopops ist eine englische Wortneuschöpfung aus den Worten "alcohole" und "pop". Pop übersetzt man in diesem Zusammenhang mit Limonade. Alkopops sind also fertig abgefüllte Getränke, in denen Limonade mit starken Alkoholika wie Rum oder Wodka vermischt ist. Besonders populär bei jugendlichen Partygängern sind zum Beispiel "Smirnoff Ice", "Bacardi Rigo" oder "Bacardi Breezer".

Der Alkoholindustrie ist es mit den süßen und nichtalkoholisch schmeckenden Alkopops gelungen, sich neue junge Zielgruppen zu erschließen und damit ihre Absätze zu steigern. Vor allem bei Mädchen ist der Griff zur Alkopops-Flasche mittlerweile die beliebteste Art, Alkohol zu konsumieren, da sie einen leichteren und schnelleren Zugang zu diesen fruchtig-süß schmeckenden Mischgetränken finden. Meist wird der Alkoholgehalt von Alkopops unterschätzt. Den wenigsten Jugendlichen ist bewusst, welche Alkoholmenge sie mit diesen Getränken zu sich nehmen. Ein weiterer Grund für den Erfolg der Alkopops ist eine ausgeklügelte Marketingstrategie: Das positive, jugendliche Image und der süße Fruchtgeschmack vermitteln den Eindruck eines Erfrischungsgetränkes. Hinzu kommt die breite Verfügbarkeit. Trotz gesetzlicher Jugendschutzbestimmungen können Jugendliche unter 18 Jahren relativ leicht an die begehrten Mixgetränke gelangen. Oftmals stehen sie im Supermarkt neben normalen Erfrischungsgetränken.

Der Alkoholgehalt von Alkopops kann von Marke zu Marke variieren, liegt jedoch meist bei 5-6 Vol.-%. Pro 0,3-Liter-Flasche nehmen Jugendliche – zunächst häufig unbemerkt – zwei Gläschen Schnaps zu sich. Durch den hohen Zuckergehalt und die Kohlensäure gelangt der Alkohol schneller ins Blut. Es besteht deshalb die Gefahr, zu schnell zu viel Alkohol zu trinken. Gerade für Kinder und Jugendliche, deren Körper Alkohol nicht so gut abbauen können, sind Alkopops besonders problematisch. Die körperliche und psychische Gewöhnung an Alkohol kann somit viel früher erfolgen.

Präventionsarbeit

Die Einführung der Sondersteuer zur Verteuerung der Alkopops und die Etikettenpflicht sind zu begrüßen. Dennoch sind gesetzliche Regelungen allein nicht ausreichend, um Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen und damit langfristige gesundheitliche Schäden zu verhindern. Eine dauerhaft angelegte Präventionsarbeit ist notwendig, die auf die Ausbildung von mehr Eigenverantwortung im Umgang mit Alkohol ausgerichtet ist. Weiter macht es Sinn, die Frage nach der Funktion der Droge Alkohol zu stellen, dem subjektiven Gewinn, der mit dem Konsum für die Jugendlichen verbunden ist. Dabei müssen das Geschlecht und damit die jeweiligen unterschiedlichen Bezüge von jungen Männern und jungen Frauen zum Alkoholkonsum beachtet werden. Damit Jugendliche lernen, mit Alkohol verantwortungsbewusst umzugehen, muss Prävention die Auseinandersetzung mit diesem legalen Suchtmittel forcieren und seine hohe und unangemessene Akzeptanz hinterfragen. Maßnahmen zur Alkoholprävention sollten den überlegten, verantwortungsvollen und gemäßigten Umgang mit Alkohol in den Mittelpunkt stellen und die gesundheitlichen Vorteile betonen, die mit einer Reduzierung des Alkoholtrinkens verbunden sind.

Zielsetzungen

Allgemein: Erlernen eines überlegten, gemäßigten und risikoarmen Umgangs mit Alkohol.

Kurzfristige Ziele:

  • Informationen für Jugendliche über die körperlichen seelischen Risiken des Alkoholkonsums, insbesondere Alkopops
  • Informationen und Verhaltenstipps für Eltern und Lehrer

Langfristige Ziele:

  • Erlernen eines kritischen Umgangs mit Alkohol
  • Verringerung des Alkoholmissbrauchs bei Jugendlichen durch Förderung von Konsumkompetenz

Zielgruppe

Jugendliche Partygänger im Alter zwischen 12 und 20 Jahren.

Strategie

  • Szenenahe Vor-Ort-Prävention mit Info-Stand
  • Einbezug von gleichaltrigen Partygängern durch "Peer-to-Peer-Ansatz"
  • Fragequiz zum Thema "Alkohol" als Gesprächseinstieg
  • Niedrigschwelliger und akzeptierender Ansatz

Durchführungsorte

  • Jugendliche Freizeitwelten: Diskotheken, Open-Air-Festivals, Konzerte, Jugendmessen, Sport-Events usw.
  • Schul- und Ausbildungsbereich: Durchführung von Präventionsveranstaltungen für Schüler und Auszubildende, Planung von Aktionstagen, Informationsveranstaltungen für Eltern und Lehrer.

Aktivitäten

  • Präventionseinsätze mit Infostand
  • Alkoholmesstests ("Promille-check")
  • Fragequiz rund ums Thema "Alkohol"
  • Fahrsimulator

Informationsmedien

  • Info-Broschüre für Jugendliche
  • Ratgeber für Eltern und Lehrer
  • Streuartikel (z.B. T-Shirts, Kugelschreiber)
  • Homepage www.suessesgift.de

Kontakt

Sonia Nunes
Präventionsprojekt Mindzone
Landescaritasverband Bayern e.V.
Lessingstraße 3
80336 München
Tel. 089-54497172
Fax 089-51657532
sonia.nunes@mindzone.info

Stand der Projektinformation: 2005